Wieder einmal steht das meiner Meinung schönste aller schwedischen Feste vor der Tür – Midsommar. Und leider schaffe ich es auch dieses Jahr nicht, in den Genuss dieses Festes zu kommen. Gern währe ich nach Stockholm oder Göteborg gefahren und hätte dort den Vorabend von Mittsommer verbracht. Wenn nicht in einer der schwedischen Großstadt dann hätte man vielleicht die Midsommar-Feiern im Värmland und Dalarna verbringen können, denn diese haben ihren besonderes Reiz und sind immer ein Erlebnis. So wie die in Schweden lokal manchmal verschiedenen Kleinigkeiten die zu einem “Richtigen” Mittsommerfest dazugehören, ist auch das Fest zu Sommersonnenwende in Nordeuropa sehr unterschiedlich. Das Mittsommerfest wird zusammen mit dem Johannisfest gefeiert, obwohl vom ursprünglichen Sinn hat das eine wohl nicht viel mit dem anderen zu tun. Das Johannisfest, oder das Fest der Johannisnacht ist ein christliches Fest zu Ehren von Johannes dem Täufer, das in den meisten Ländern die traditionellen Festlichkeiten verdrängt oder verändert hat. Mittsommer und alle ähnlichen nordeuropäischen Feste um die Sommersonnenwende herum, haben aber eindeutig einen heidnischen vorchristlichen Ursprung. Wohl ohne Frage stand die Sonne im Mittelpunkt der frühen Religionen, besonders in Skandinavien und im Baltikum. Weil die Sonne im Winter hier eher selten scheint, hatte sie einen umso höheren Stellenwert. Aus diesem Grund wird wohl auch in diesen Regionen das Mittsommer-, oder Johannisfest am intensivsten gefeiert. Wo in Deutschland und anderen Teilen Mitteleuropas ein “durchschnittliches” Fest gefeiert wird, ist in den skandinavischen und baltischen Ländern der Teufel los.
