17. Aug. 2008

Krebsessen in SchwedenIm August, wenn in Schweden das Ende des Sommers immer näher rückt, aber die Nächte immer noch warm und angenehm sind, ist die Zeit des Krebsessens angebrochen. Das Krebsfest ist kein wirkliches Volksfest, sondern eher ein familiäres Ereignis, es wird von Region zu Region und Familie zu Familie, an unterschiedlichen Tagen gefeiert. Es gibt aber auch „große“ Krebsfeste, die dann wirklichen Volksfestcharakter haben und in unterschiedlichen schwedischen Städten und Gemeinden gefeiert werden. Das Kräftskiva, wie das Krebsessen in Schweden genannt wird, hat seinen Ursprung in der im Spätsommer beginnenden Krebsfangsaison, in der dann in vielen schwedischen Familien die gefangenen Krebse gegessen wurden. Später wurde dann zum Schutz der seltener werdender Flusskrebse eine feste Fangperiode festgesetzt, diese wurde dann festartig gefeiert. Heute gibt es auch in Schweden aufgrund der Krebspest nur noch sehr wenig natürliche Flusskrebsbestände und die Preise für schwedische Krebse sind dementsprechend hoch, deswegen greift man auf Importware aus der Türkei, China, Kanada oder den USA zurück oder auf die in Schweden ausgesetzten und eingebürgerten Signalkrebse zurück. Trotz alle dem feiern die Schweden das Krebsessen typisch schwedisch: bunt, ausgelassen und feucht-fröhlich.


Traditionell werden die Krebse in einem Stück serviert, mit viel Dill zubereitet, und am besten unter freien Himmel gegessen. Das Krebsessen hat meist einen sehr locken Charakter, bei dem als Getränk Bier und Aquavit und als Beilage würziger Käse und Brot gereicht wird. Als Dekoration zum Essen werden Lampions, Girlanden, Partyhüte und bunte Schürzen, sowie allerlei andere bunte Dinge benutzt, was den ausgelassenen und fröhlichen Charakter dieses Festes unterstreicht. Da das Krebsfest das letzte große Ereignis des Sommers ist und ein bisschen auch das Ende des Sommers einläutet, hat es für viele Schweden einen besonderen Stellenwert angenommen und wird dementsprechend ausgelassen gefeiert.

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