14. Okt. 2009

wasserfall-schweden-oekopark-halleberg-hunnebergAm südlichen Ende des Vänern, in der Västgöta-Ebene gibt es ein Ausflugsziel, das man schon von sehr weitem erkennen kann: die Tafelberge Halleberg und Hunneberg. Nicht weit entfernt von den schwedischen Industriestädten Trollhättan, Vänersborg und Vargön gibt es hier ein Stück Natur das mehr als nur einen Besuch wert ist. Bekannt sind der Halle- und der Hunneberg auch als der Berg der Elche, was sie so interessant für Touristen in Süd- und Westschweden macht. In jedem Jahr kommen sehr viele Besucher zu diesen Bergen, um den Herrscher des Waldes auf einer Wanderung zu entdecken. Die Chancen einen Elch zu sehen, sind auf diesen beiden Bergen weitaus größer als in vielen anderen Gebieten im weiten Umkreis. Gefördert durch eine dichte Elchpopulation und die lange Geschichte der königlichen Jagd in diesem Gebiet, wurde hier das „königlichen Jagdmuseum Älgens Berg“ eingerichtet. Viele gut ausgebaute Wanderwege, Möglichkeiten der Erholung und des Entdeckens machen den Ökopark „Halle- och Hunneberg“ zu einem Ausflugsziel, zu dem sich eine auch weitere Anreise, auf alle Fälle lohnt.


Der Ökopark „Halle och- Hunneberg“ hat eine einmalige Natur, die Besucher immer wieder in ihren Bann zieht. Die kargen, schroffen Felsabhänge im Randwald der beiden Berge sind für die Besucher die einen der Wanderwege benutzen, die hier entlang führen, immer wieder ein beeindruckendes Naturerlebnis. Um die Natur und den kulturellen Wert dieser einmaligen Berglandschaft zu erhalten, hat Sveaskog im Jahr 2004 den Halle- und den Hunneberg zu einem Ökopark erklärt.

Sveaskog ist der Besitzer vielen Waldgebieten in Schweden. Etwa 15 Prozent der schwedischen Waldflächen sind im Besitz des staatlichen Unternehmens. Sveaskog versucht die wirtschaftlichen Aspekte der Waldnutzung mit denen von Naturschutz und Naturtourismus zusammen zu bringen. Hierzu sind die Ökoparks eines der Werkzeuge die Sveaskog bei der Arbeit mit dem Natur- und Landschaftsschutz nutzt. Es wird in den Ökoparks von Sveaskog an der Entwicklung, Erhaltung und Renaturieren der Waldflächen gearbeitet. In den Parks wird mindestens 50 Prozent der nutzbaren Fläche für Naturschutz und Landschaftsschutz bereitgestellt. Obwohl in den meisten Ökoparks Forstwirtschaft betrieben wird, besitzen die ökologischen Aspekte in diesen Gebieten einen höheren Stellenwert. Sveaskog hat bisher insgesamt 36 Ökoparks in ganz Schweden eingerichtet, in denen der Wert des Waldes als Natur- und Erholungsgebiet an erster Stelle steht. Das Gebiet Halle- und Hunneberg wurde im Jahr 2004 vom schwedischen König Carl XVI Gustaf eingeweiht und zu einem Ökopark erklärt.

Der Randwald ist ein besonderer Mischwald aus Eichen und Kiefern, der die teilweise steilen Abhänge des Halle- und des Hunnebergs umgibt. Der Randwald ist ein Relikt aus den frühen Tagen der Forstwirtschaft. Um das Jahr 1830, wurden um die Berge herum diese natürlichen Schutzstreifen angelegt. Sie sollten dazu dienen die neuen Anpflanzungen vor den oft harten Winden auf den Bergplateaus und vor der dadurch verstärkten Austrocknung zu beschützen. Einige der dort stehenden Bäume sind über 200 Jahre alt und besitzen, geformt von Wind und Wetter teilweise abenteuerliche Formen. Heute wird durch Pflege und Aufforstung versucht den Randwald zu erhalten und zu verbreitern.

Trotz der historischen Schönheit der Agrarlandschaft auf dem Halle- und Hunneberg, findet man noch viele Zeugen des harten Lebens, der hier damals ansässigen Bauern. Diese Siedler die sich im 16. und 17. Jahrhundert hier niederließen, hatten ein hartes und sehr naturverbundenes Leben. Heute können wir nur erahnen, wie schwer und mühsam dieses Leben war, das diese Menschen hier führten. Zum Höhepunkt der Besiedlung gab es 28 Höfe und einige Hundert Kühe, die mitten in den Wäldern weideten. Heute wird durch Sveaskog an der Wiederherstellung der alten Agrarlandschaft gearbeitet, durch gezielte Abholzung und die Nutzung dieser Flächen als Weidegebiete.

Die durch die landwirtschaftliche Nutzung, offenen Flächen begünstigten die Verbreitung der Eichen. Die Bedingungen erlaubten es den Eichen alt und groß zu werden. Diese „Rieseneichen“ sind von größter Bedeutung für die biologische Vielfalt, da auf und von ihnen mehr als 1000 Tier und Pflanzenarten abhängen. Weil aber die Landwirtschaftliche Nutzung auf den Bergen zum größten Teil eingestellt wurde, wuchsen die Felder zu, und der Bestand an Fichten gewann die Überhand. Heute wird zur Rettung der Eichen vieles getan, in den letzten 10 Jahren wurden so zum Beispiel mehr als 3000 dieser Bäume frei geschlagen, um ihnen Raum zum wachsen und zum überleben zu geben.

Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Renaturierung der Feuchtgebietet auf den beiden Hochplateaus, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts durch umfassende Entwässerungsmaßnahmen verschwanden. Es wurden damals über 330 Kilometer Entwässerungsgräben auf dem Berg gegraben um die Forstwirtschaft erträglicher zu machen. Zum Glück hat sich heutzutage das Wissen durchgesetzt, das die Feuchtgebiete zu den schützenswertesten und artenreichsten Biotopen im Wald gehören. Unzählige Insekten, Pflanzen- und Vögelarten leben hier, und heute gibt es zum Beispiel im See Fågelsjön, wieder die Sumpfschnepfe, den Waldwasserläufer oder auch Kraniche.

Der Ökopark „Halle- och Hunneberg“ ist bekannt als der „Berg der Elche“, aus diesem Grund kommen jedes Jahr schwedische und ausländische Besucher hierher. Die Anzahl der hier lebenden Elche variierte seit jeher durch Nahrungsangebot und Jagddruck. Noch anfangs des 19. Jahrhunderts gab es in diesem Gebiet keine Elche. Der Elch wanderte wieder ein, und vermehrte er sich so stark, dass er schon bald die künstlich angelegten Pflanzungen bedrohte. Aus diesem Grund führte der schwedische König Oskar II im 1885 die erste offizielle königliche Jagd ein. An nur einem einzigen Tag wurden in diesem Jahr 53 Elche geschossen. Auch heute noch ist der Halle-Hunneberg alle etwa zwei Jahre der Schauplatz der Königlichen Elchjagd.

Ein sehr interessantes Museum, das die Geschichte der königlichen Elchjagd und die Natur des Ökoparks zeigt, ist sehr empfehlenswert. Eine hervorragend ausgestattete Ausstellung zeigt neben der Geschichte des Parks, auch die Vielfalt der hier ansässigen Tierarten. Hauptthema des Museums ist selbstverständlich der Elch, der in vielen interessanten Experimenten dem Besucher näher gebracht wird. Im Kungajaktmuseet mit dem Ökoparkzentrum sind natürlich auch verschiedene Beschreibungen und Wanderkarten des Gebiets erhältlich.

Für die schwedische Bevölkerung aus den nahen Industriestädten ist der Halle-Hunneberg ein beliebtes Naherholungsgebiet. Es kommen einheimische und auch ausländische Besucher, um die Natur zu erleben, zu wandern oder Beeren und Pilze zu sammeln. Ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen und Pfaden durchzieht das gesamte Gebiet und erlaubt es die verschieden Sehenswürdigkeiten zu erreichen. Beliebte Aktivitäten die vom Ökoparkzentrum ausgehen, sind Elchsafaris und geführte Wanderungen, die einem die Natur näher bringen und vieles an Wissen vermitteln.

Für Angler interessant ist der mitten auf dem Hochplateau des Hallebergs liegende Hallsjön-See, ein von Anglern geschätztes „Put-and-Take“-Gewässer. Ein gut zugänglicher Angelsee in dem alle 2 Wochen von Frühjahr bis Herbst 200 Kilogramm Regenbogenforellen ausgesetzt werden. Dieses erstklassige Angelrevier und die wundervolle Natur lockt viele Angler an. Der Angelschein kostet zur Zeit 75 SEK pro Tag und ist im Museum erhältlich.

Weitere Informationen und Kontakt:
Kungajaktmuseet Älgens Berg
Box 43
SE-468 21 Vargön
Sweden
Tel.: +46 (0)521-72 23 50
Fax: +46 (0)521-72 23 54
E-Mail: museet@algensberg.com
http://www.algensberg.com

–fb

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1 Kommentar »

  1. Klees schreibt:

    Der Park bzw. das Museum hat uns viel Spaß gemacht! Am besten fanden wir das Personal, das wirklich supernett war und uns vieles erklärt haben. Leider haben wir auf unserer Wanderung keinen Elch gesehen, aber die Natur dort ist schon echt klasse! Nächstes Jahr fahren wir dort auf alle Fälle wieder hin und hoffen das wir dann einen Elch sehen.
    Übrigens: netter Bericht 🙂 gruß kp

    30. Okt. 2009 | #

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