6. Nov. 2011

Das Vasa-Museum in StockholmEines der faszinierendsten Museen in Stockholm ist mit Sicherheit das weltbekannte Vasa-Museum. Wer in der Nähe von Stockholm Urlaub macht, oder sogar in der Stadt übernachtet, muss sich dieses Museum einfach ansehen. Das Vasa-Museum wurde im Jahre 1990 eröffnet und zählt heute zu den am meisten besuchten Museen in Skandinavien. Schon von außen ist das Vasa-Museum leicht zu erkennen, das markante Kupferdach mit den stilisierten Segeln, die die ursprüngliche Höhe der Masten andeuten sollen, ist weithin sichtbar. Teile des Betonbaus sind mit Holz verkleidet, die in typischen schwedischen Farben gestrichen sind. Im Innenraum finden sich diese Farben wieder, wobei auch große Teile ohne jede Dekoration in reinem Beton gehalten sind. Der gesamte Bau unterstützt mit seiner Architektur und der Größe das eigentliche Ausstellungsstück – Die Vasa. Das eigentliche und Namens gebende Ausstellungsstück des Vasa-Museums ist eben diese Vasa, ein schwedisches Kriegsschiff, das auf seiner Jungfernfahrt im Jahre 1628 gesunken ist. Neben der imposanten Vasa werden im Innenraum auf nach innen offenen Etagen, verschiedenen Exponate aus der Vasa und der Epoche seiner Erbauung gezeigt. Detailgetreue Nachbauten verschiedener Schiffsteile wechseln sich mit Modellen und Informationstafeln ab. Insgesamt findet der Geschichtsinteressierte Besucher des Vasa-Museums eine Fülle Informationen und Eindrücke aus der damaligen Epoche. Nicht weit von der Innenstadt entfernt, auf der Insel Djurgården, direkt am Wasser, lässt sich das Vasauseum mit ein paar Minuten Fußweg, mit dem Bus, oder der Straßenbahn gut erreichen. Besitzer einer Stockholm-Karte haben neben dem Eintritt in das Vasa-Museum, auch die Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb von Stockholm frei.

Besucher des Vasa-Museum erwarten im Innenraum ein Schiff zu sehen, und werden meiner Meinung nach verblüfft stehen bleiben, bei den wahrhaft gigantischen Ausmaßen dieses Schiffs. Die Vasa war schon zur damaligen Zeit ein wahrer Riese – Mit einer Länge von 61 Metern und einer Breite von fast 12 Metern, ist es selbst für heutige Verhältnisse groß.

Der Name der Vasa leitet sich von der schwedischen Dynastie Vasa ab, die von 1521 bis 1624 regierte. Ab dem Jahr 1625 ließ der schwedische König Gustav II. Adolf von Schweden die Vasa bauen. Hintergrund für den Bau der Vasa waren die Streitigkeiten mit Polen im Dreißigjährigen Krieg. Neben der Vasa, war noch ein Schwesterschiff mit dem Namen Tre Kronor geplant. Beginn der Bauarbeiten bildete im Jahr 1625, das Fällen von ca. 1000 Eichen, die ab 1626 für das Schiff verwendet wurden. Selbstverständlich war ein so großes Schiff auch ein Prestigeobjekt für das schwedische Königshaus, es wurde mit 64 Kanonen geplant um die Feinde zu beeindrucken. Nachdem dann aber bekannt wurde das in anderen Ländern auch an so großen Schiffen gearbeitet wurde, befahl der König im oberen Kanonendeck größere Kaliber aufzustellen um die Feuerkraft weiter zu erhöhen. Diese Aufrüstung war gleichzeitig mit ein Grund für den Untergang der Vasa, das höhere Gewicht der Kanonen und der veränderte Schwerpunkt machten den Giganten zu empfindlich für Seitenwinde und ließen das untere Kanonendeck zu dicht an die Wasseroberfläche rücken. So passierte es dann auch, das bei der Jungfernfahrt zwei Windböen die Wasa in Schräglage zwangen und durch die unteren Kanonenluken Wasser eindrang. Nach nur 20 Minuten auf dem Wasser versank die Vasa und riss einen Teil der Besatzung mit in den Tod.

Die ersten Bergungsversuche starteten schon zwischen den Jahren 1664 und 1665, wo mit Taucherglocken die bronzenen Kanonenrohre geborgen werden sollten, bis auf drei Stück sind sie dann an die Oberfläche geschafft worden. Später hat man dann nur noch die Masten gekappt die immer noch aus dem Wasser ragten und die Hafeneinfahrt behinderten. Dann wurde die Vasa für fast 300 Jahre vergessen und lag ungestört inmitten des Stockholmer Stadtgebiets.

Die endgültige Bergung begann mit dem Meeresarchäologen Anders Franzén, der ab dem Jahr 1951 systematisch anfing die Vasa in der Stockholmer Buch zu suchen. Erst am 25. August 1956 wurde seine Mühe belohnt, er fand die Vasa. Durch das Brackwasser und den hohen Schwefelanteil des Hafenwassers, das im Hafen von Stockholm vorherrscht, war das Schiff erstaunlich gut erhalten. Die Bergung begann im Herbst des Jahres 1957 und dauerte mit verschiedenen Etappen bis zum Jahr 1961. Das Schiff wurde auf der Insel Beckholmen in ein Trockendock gebracht, wo es vom Schlamm befreit wurde. In diesem Schlamm fand man mehrere Tausend Teile aus Holz und Metall sowie Kupfer- und Silbermünzen. In den folgenden Jahre wurden aufwendigen Restaurationen an den Holzteilen und den anderen Fundstücken vorgenommen. Man restaurierte das komplette Schiff und fehlende Teile wurden mit identischen Materialien ersetzt.

Im Jahr 1990 wurde das heutige Museum fertiggestellt, das mit seinen Etagen den Gästen ermöglicht, das Schiff von allen Seiten zu betrachten. Eine Klimaanlage sorgt für stabile Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, damit das Holz des Schiffes geschützt ist, auch vor den Ausdünstungen der knapp 1,5 Millionen Menschen die pro Jahr das Vasa-Museum besuchen.

Öffnungszeiten des Vasa-Museums (Stand: 10/2011):
2. Januar bis 31. Mai: 10 – 17 Uhr, Mittwochs 10 – 20 Uhr
1. Juni bis 31. August: 08.30 – 18 Uhr
1. September bis 30. Dezember: 10 – 17 Uhr, Mittwochs 10 – 20 Uhr
(1. Januar, 23. – 25. Dezember, 31. Dezember geschlossen)

Eintrittspreise (Stand: 10/2011):
Erwachsene: 110 SEK
Kinder (0-18 Jahre): 0 SEK
Studenten (mit Ausweis): 80 SEK

Führungen in englischer Sprache finden mehrmals täglich statt. Im Sommer gibt es sogar am Tag mehrere Führungen in Deutsch.

Adresse:
Vasamuseet
Box 27131
Galärvarvsvägen 14
102 52 Stockholm
Google-Maps Karte

Weitere Informationen:
www.vasamuseet.se

–fb

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