2. Okt. 2011

Malmö ist, wie alle skandinavische Großstädte, eine multikulturelle Stadt mit reichhaltiger Geschichte und vielen Sehenswürdigkeiten. Malmö liegt für sehr viele Schwedenurlauber, durch die Öresundbrücke und die Fähren die in der Stadt festmachen, auf dem direkten Weg zu ihrem Urlaubsziel. Gerade diese direkte Durchfahrt zum eigentlichen Reiseziel lässt manchen Urlauber nicht mal auf die Idee kommen in Malmö anzuhalten und diese Stadt zu erkunden. Egal aber, ob man für einen kurzen Zwischenstopp oder für einen längeren Aufenthalt in der drittgrößten Stadt Schwedens plant. Hier kommt jeder Reisende auf seine Kosten! Kunst und Technikinteressierten Menschen bietet Malmö allerlei Museen, die sich zu erkunden lohnen. Hier wird den Besuchern die Stadtgeschichte, Botanik und allerhand Technikwissen nahe gebracht. Wer auf pure Erholung setzt wird diese an einem der Strände finden oder bei einem Spaziergang auf der zwei Kilometer langen Promenade. In den ca. 800 Geschäften, Boutiquen und Kaufhäusern kann man seiner Shoppinglust frönen und sich hinterher in einem der zahlreichen Restaurants den multikulturellen Gaumengenüssen hingeben. Malmö ist eine Stadt die viel zu bieten hat und die zu entdecken sich lohnt.


Malmö – die skandinavische Copacabana

Malmö ist die drittgrößte Stadt Schwedens und liegt im äußersten Süden. Dieser Umstand und das mäßige Klima, mit Tagesdurchschnittswerten im Juli und August von 22 Grad und nachts von 14 Grad, verdankt Malmö ihren Beinamen „skandinavische Copacabana“ Vier Strände nennt die Stadt ihr Eigen, die dazu einladen im Meer zu baden. Erholung pur ist ein Spaziergang auf der zwei Kilometer langen Strandpromenade. Die Strände befinden sich an der Meerenge von Öresund, direkt gegenüber von Kopenhagen.

Öresundbrücke

Dort befindet sich die am 1. Juli 2000 eingeweihte Öresundbrücke. Sie ist die weltweit längste Schrägseilbrücke und verbindet Malmö mit der Kopenhagener Innenstadt. Die Öresundbrücke kombiniert den Straßen- und Eisenbahnverkehr. Die Benutzung ist mautpflichtig. Die Brücke ermöglicht es innerhalb von 35 Minuten mit dem Zug von Schweden nach Dänemark zu gelangen. Damit steht einer zwei Länder Reise nichts im Weg.

HSB Turning Torso

Eine weitere bauliche Attraktion ist der HSB Turning Torso. Der am 27. August 2005 eingeweihte Turm ist mit das höchste Gebäude Skandinaviens und das zweithöchste Wohngebäude Europas. Entworfen wurde der Wolkenkratzer von dem Spanischen Architekten Santiago Calavara. Der Turning Torso ist 190 Meter hoch und hat 54 Etagen. Das Gebäude dreht sich um 90 Grad bis zur obersten Etage und steht auf einer Grundfläche von 400 Quadratmetern. Der Turm bietet einen außergewöhnlich schönen Blick über Malmö, Teile von Skäne, Kopenhagen und Seeland.

Seeland – Kombireise durch zwei Staaten

Seeland ist die größte Ostseeinsel Dänemarks und kann, dank der 2000 eingeweihten Öresundverbindung, auch direkt von Malmö bzw. der Provinz Schonen, über eine Brücken und Tunnelverbindung erreicht werden. Zu der Öresundverbindung gehören die Öresundbrücke, der Drogdentunnel und die künstlich angelegte Insel Peberholm.

Mit der Fähre nach Malmö

Wer lieber mit der Fähre fährt, der kann auf zahlreiche Verbindungen zurückgreifen.
Von Travemünde aus, können Reisende mit der Nordö-Link nach Malmö übersetzen. Die Überfahrt kostet ca. 150 – 220 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Dieser Preis beinhaltet ein Auto ohne Anhänger und das Übersetzen ohne Kabine. Für die Überfahrt sollte eine Dauer von ca. Stunden eingerechnet werden. Neun Stunden dauert das Übersetzen der Fähre und eine Stunde sollte für das Einchecken gerechnet werden.

Malmö eine Stadt mit vielen Gesichtern

Schweden pflegt eine moderne Migrationspolitik. Ihr hat die 300 000 Einwohner starke Stadt Malmö das multikulturelle Flair zu verdanken. In dieser beeindruckenden Stadt trifft man auf 164 unterschiedliche Nationen. Hier werden über 100 verschiedenen Sprachen gesprochen. Das schlägt sich auf das kulturelle Leben und die gastronomische Vielfalt nieder.

Vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und zahlreiche Restaurants

Die Innenstadt bietet außer einer großen Anzahl an Gourmetrestaurants auch ca. 800 exquisite Geschäfte und Warenhäuser. Die Einkaufsmöglichkeiten scheinen ohne Ende. Es wird einem vom Kunstgewerbe bis zu Modeboutiquen von einheimischen Designern einfach alles geboten. Allein die unendlich vielen Designlädchen, die auch sonntags bis 16:00 Uhr (nur Warenhäuser) geöffnet haben, lohnen den Aufenthalt in Malmö. Damit sich die Füße erholen können, findet man an jeder Ecke ein gemütliches Cafe, Pubs oder Restaurant.

Malmös Märkte: Stortorget und Lilla Torg

Die Shoppingmeile beginnt am Stortorget, dem größten Markt Malmös, der sich in der Nähe vom Hauptbahnhof Centralstation befindet. Der Hauptplatz wurde ca. um 1530 angelegt. In der Mitte befindet sich das Reiterstandbild von Karl X. Gustav. Er war von 1654 bis 1660 König von Schweden und Herzog von Bremen und Verden. König Karl X Gustav legte mit dem Frieden von Roskilde den Grundstock für Schweden. An der Ostseite des Marktes befindet sich das im Stil der holländischen Renaissance erbaute Rathaus, aus dem Jahre 1546. Es wurde 1860 umgebaut. Der Wohnsitz des Gouverneurs und späteren Bürgermeister der Stadt Malmö Jörgen Kock ( *1487 – †1556). Des Weiteren befindet sich eine Apotheke aus dem Jahr 1571 an dem großen Markt.

Weitere interessante Fachwerkhäuser befinden sich am Lilla Torg. Sein Name heißt übersetzt kleiner Platz. Dieser Platz scheint wie eine Zeitreise und ist sehr sehenswert. Die Beschaulichkeit der Stadt Malmö spiegelt sich allein auf dem Lilla Torg wieder.

St. Petri Kyrka

In der Nähe von dem großen Markt Stortorget befindet sich die St. Petri Kyrka aus dem 14. Jahrhundert. Sie ist das älteste Gebäude Malmös und vermutlich nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche erbaut. Die Krypta ist ein besonders schönes Beispiel hanseatischer Backsteingotik. Sehenswert ist die Krämerkapelle aus dem Jahre 1413 und die reichen Wandmalerei, die vermutlich um 1520 stammt, ausgestattet. Die Kanzel und der Altaraufsatz wurden Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet.

Schloss Malmöhus

Das Stadtschloss Malmöhus sollte sich kein Reisender entgehen lassen. Das Schloss wurde zwischen 1536 – 1542 von Christian III, ebenfalls im Renaissance Stil erbaut. Ursprünglich gehörte die Burg zur Befestigung der Stadt und schloss ich an die Stadtmauer an. Bürgermeister Kock finanzierte den Ausbau eines Wallgrabens und vier große Ecktürme aus Ziegelsteinen. Von 1828 bis 1909 diente die Festung sogar als Zuchthaus. Von 1909 bis ca. 1937 wurden die Ärmsten der Stadt in Notunkünften auf dem Schlossgelände untergebracht. Ab 1937 bis heute nutzt man die Gebäude als Museum. Heute beherbergt das Schloss das Stadtmuseum mit verschiedenen Ausstellungen. Unter anderem wird dort die Stadtgeschichte von der Steinzeit bis in die Neuzeit ausgestellt. Eine Dauerausstellung ist der Botanik gewidmet. Zusätzlich bietet Malmöhus Räumlichkeiten für wechselnde Kunstausstellungen. In der Parkanlage von Malmöhus befinden sich die Schlossmühle und das Kommandantenhaus

Wer sich für Botanik interessiert sollte sich die sehenswerte Parkanlage vom Schloss nicht entgehen lassen. Dort befindet sich die Schlossmühle. Es ist eine Holländerwindmühle aus dem Jahre 1851. Das Kommandantenhaus wurde unter Christian III als Waffenlager errichtet. Es diente kurze zeit als Hospital. Zu Zeiten, als die Burg als Gefängnis genutzt wurde, wohnte das Personal in dem ehemaligen Waffenlager. 1874 lebte der Kommandant des Gefängnisses in dem Haus. Auf diesen Umstand ist der Name des Hauses zurückzuführen.

Blick auf die Hanse und zur Seefahrt

Einen guten Eindruck über die Bedeutsamkeit von Malmö in der Hanse bietet das Koggenmuseum am Hafen. Leben und wirken in der bedeutenden Zeit der Hanse kann live nachempfunden werden. Eine Fahrt im Hafen von Malmö mit einem Nachbau einer mittelalterlichen Kogge, ist sicherlich ein besonderes Erlebnis.

Seefahrt- und Technikmuseum

Von Nostalgie bis Zukunftsvision hat das Seefahrt- und Technikmuseum allerhand wissenswertes zu bieten. Industrie, Vogelleben und politische Ereignisse werden hier gleichermaßen zugänglich gemacht. Ein weiteres Highlight ist das U-Boot aus dem zweiten Weltkrieg. Wer möchte kann sich mit seinem Inneren vertraut machen und hineinkriechen.

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