15. Jul. 2007

SchwedenflaggeIn Schweden hat jeder, auch ausländische Besucher, das Recht sich in der Natur aufzuhalten. Man nennt dieses Recht das Allemansrätten. Es handelt sich um ein großes Privileg, das es so, nicht in vielen Ländern gibt. Das Allemansrätten gibt dem einzelnen sehr viel Freiheit für Erlebnisse in der Natur und Freizeitgestaltung im Freien.

Doch diese Freiheit für den einzelnen, darf nicht zur Belästigung, Einschränkung oder sogar zur Unfreiheit für andere werden. Es ist klar gefordert Verantwortungsbewusstsein und Aufmerksamkeit zu zeigen: Flora und Fauna dürfen nicht geschädigt werden, wir müssen Besitzern von Grund und Boden und anderen draußen in der Natur gegenüber Rücksicht walten lassen. Das Allemansrätten lässt sich auf eine sehr kurze und klare Formel bringen: Nicht stören – nichts zerstören!


In keinem schwedischen Gesetz ist festgelegt, was das Allemansrätten genau beinhaltet. Allemansrätten ist ein umgänglicher Begriff für das begrenzte Recht eines jeden, sich in der Natur aufzuhalten. Allerdings wird das Allemansrätten von Gesetzen begleitet, die die Grenzen dieser Erlaubnisse abstecken. Und gegen diese Gesetze zu verstoßen, ist strafbar! Die genauen Regeln zur Rücksichtnahme, die für alle gelten, die das Allemansrätten nutzen, sind in den schwedischen Umweltgesetzen verankert.

Die Wurzeln des Allemansrätten lassen sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Wer damals durch die Wälder reiste, durfte sich zum Beispiel als Reiseproviant seinen Hut voll mit Nüssen pflücken. Diese Art von Sitten haben durch die verschiedenen Epochen hindurch fortgelebt und sind für das heutige Allemansrätten von Bedeutung. Das schwedische Allemansrätten ist ein Kulturerbe, das es wert ist, auch in Zukunft bewahrt zu werden.

Heute wird das Allemansrätten oft mit Tourismus und Outdoor-Leben verbunden, doch das Allemansrätten sollte nie als selbstverständlich betrachtet werden. Viele Schweden haben die expandierenden Outdoor-Aktivitäten und den starken Tourismus als Bedrohung für die Natur und des ländlichen Lebens betrachtet. Es wurde versucht, das Allemansrätten als Gesetz festzuschreiben, doch ein Gesetz ist es bisher nie geworden. Das Allemansrätten stellt nach wie vor eine Freiheit dar, die mit wichtigen Pflichten verbunden ist.

Da das Allemansrätten nicht als Gesetz festgelegt worden ist, ist es auch nicht möglich, klar zu sagen, was in welchem Zusammenhang gilt. Die schwedischen Gesetze, die das Allemansrätten umgeben und unterstützen, markieren dessen äußerste Grenzen. Das Allemansrätten gilt für den Menschen als Person, ob er nun allein oder in der Gruppe reist, Reiseveranstalter und Vereine können sich nicht auf das Allemansrätten berufen, um die von Ihnen organisierten Aktivitäten in der Natur zu rechtfertigen.

Angeln & Jagd
Jagd ist kein Bestandteil des Allemansrätten. Wilde Säugetiere oder Vögel zu töten oder zu fangen, gelten als Jagd. Nester zu beschädigen oder Vogeleier nehmen gilt ebenfalls als Jagd und diese ist verboten!

Das Allemansrätten umfasst auch nicht das Angeln, um angeln zu dürfen, bedarf man einen gültigen Angelschein der für das Gewässer gilt in dem man Angeln möchte. Ausnahme ist lediglich das Angeln an den Meeresküste und in den 5 großen Seen Schwedens – im Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und im Storsjön. Das Angeln auf Lachs an der Küste Norrlands ist hiervon jedoch ausgenommen – hierfür braucht man ebenfalls einen Angelschein. In Touristenbüros, an Tankstellen und entsprechend markierten Verkaufsstellen (blaues Schild /schwarzer Fisch) sind Angelscheine und Informationen zu den jeweiligen Bestimmungen erhältlich.

Angeln ohne Angelschein in den fünf schwedischen Großgewässern umfasst nur das Angeln mit Sportangelgerät wie Rute, Eisangel und entsprechendem Gerät (Angelschnur und Haken). Für das Angeln vom Boot, die Netzfischerei oder das Schleppfischen braucht man einen Angelschein.

Die schwedischen Gesetze beinhaltet zahlreiche Bestimmungen für das Sportangeln, zum Beispiel was die Rücksichtnahme gegenüber anderen Anglern angeht. Das eigene Angeln darf keinen anderen am Angeln hindern. Es ist verboten näher als 100 m von fest installierten Fanggeräten zu fischen. Bei derartigen Verstößen gegen die Bestimmungen können Angelgeräte eingezogen und darüber hinaus sehr empfindliche Strafen verhängt werden.

Weitere Informationen: www.allemansratten.se

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